Mercedes Nockenwellen-Einbauhinweise

Wichtig vor dem Einbau einer neuen Nockenwelle

Bei der Montage einer Nockenwelle ist äußerste Sauberkeit geboten. Schon kleinste Verunreinigungen können Schäden an Nockenwellen, Kipphebeln, Lagerflächen und hydraulischen Ventilstößeln verursachen.

Reinigen Sie die neue Nockenwelle vor dem Einbau sorgfältig. Leichter Oberflächenrost lässt sich vorsichtig mit sehr feinem Schleifpapier (z. B. Körnung 2500 oder 3000) oder durch leichtes Läppen entfernen. Die Lagerflächen und Nocken dürfen dabei nicht beschädigt oder verformt werden.

Verwenden Sie beim Einbau von Nockenwellen stets spezielles Nockenwellen-Montageöl für die Nocken und Lagerflächen. Eine Nockenwelle darf niemals trocken eingebaut werden.

Eine Nockenwelle aus Gusseisen ist bruchgefährdet, wenn sie beim Einbau verbogen oder ungleichmäßig belastet wird. Gehen Sie daher äußerst vorsichtig vor und ziehen Sie die Lagergehäuse langsam und gleichmäßig nach unten.

Einbauhinweise zum Austausch der Mercedes-Nockenwelle

  1. Entfernen Sie die alten Kipphebel bzw. Stößel, die Nockenwelle und die hydraulischen Ventilstößel. Prüfen Sie bei mechanischen Aktuatoren, ob diese einstellbar sind.

  2. Untersuchen Sie die alte Nockenwelle und die Kipphebel sorgfältig auf Verschleiß. Die Verschleißmuster können wichtige Hinweise auf mögliche Schmierprobleme liefern.

  3. Die Nockenwellenlagergehäuse und Lagerflächen sind sorgfältig auf Verschleiß und Beschädigungen zu prüfen und gemäß den Werksvorgaben zu vermessen.

  4. Die Nockenwellenlagergehäuse dürfen niemals vertauscht werden. Jedes Lagergehäuse muss in seiner ursprünglichen Position und in der korrekten Einbaurichtung wieder eingebaut werden.

  5. Prüfen Sie den gesamten Ölkanal oberhalb der Nockenwelle auf Verunreinigungen und Verformungen. Ersetzen Sie nach der Demontage stets die vorhandenen Kunststoffverbindungen.

  6. Montieren Sie die hydraulischen Ventilstößel und schmieren Sie alle relevanten Kontakt- und Lagerflächen mit speziellem Nockenwellenmontageöl.

  7. Setzen Sie die neue Nockenwelle vorsichtig ein. Ziehen Sie die Nockenwellenlagergehäuse schrittweise und gleichmäßig fest. Achten Sie darauf, dass die Nockenwelle nicht verrutscht oder unter Spannung steht.

  8. Hinweis: Die Befestigungsschrauben der Nockenwellenlagergehäuse sind oft gleichzeitig Zylinderkopfschrauben. Beachten Sie unbedingt die im Mercedes-Werkstatthandbuch angegebene Montagereihenfolge und die vorgeschriebenen Anzugsmomente.

  9. Montieren Sie das Nockenwellenrad und die Steuerkette gemäß den Einbauanweisungen des Herstellers. Überprüfen Sie sorgfältig die Steuerzeiten.

  10. Vor der weiteren Montage den Motor von Hand mindestens einige volle Umdrehungen drehen. Prüfen Sie, ob sich der Motor frei dreht, die Steuerzeiten stimmen und alle Teile korrekt ausgerichtet sind. Im Zweifelsfall die Steuerzeiten einstellen und gegebenenfalls Keilwellen einsetzen.

  11. Bauen Sie die Kipphebel bzw. Stößel ein. Beim Einbau einer neuen Nockenwelle empfehlen wir stets den Einbau neuer Kipphebel bzw. Stößel. Drehen Sie anschließend den Motor vorsichtig von Hand durch und prüfen Sie die vollständige Ventilbetätigung.

  12. Montieren Sie die Ölgalerie und prüfen Sie, ob alle Ölöffnungen frei sind und die Anschlüsse korrekt installiert sind.

  13. Montieren Sie den Ventildeckel und ziehen Sie alle Befestigungselemente mit dem vorgeschriebenen Drehmoment fest.

Erster Start nach dem Austausch der Nockenwelle

Stellen Sie sicher, dass der Motor vor dem ersten Start ausreichend Öldruck aufgebaut hat. Lassen Sie den Motor daher so lange durchdrehen, bis Öldruck vorhanden ist. Prüfen Sie gegebenenfalls durch die Öffnung des Öleinfülldeckels, ob Öl aus dem Ölkanal austritt.

Starten Sie anschließend den Motor und überprüfen Sie sofort die Schmierung, den Motorlauf und eventuelle ungewöhnliche Geräusche. Lassen Sie den Motor Betriebstemperatur erreichen und untersuchen Sie ihn sorgfältig auf Undichtigkeiten und sonstige Auffälligkeiten.

Wechseln Sie nach den Arbeiten das Motoröl und den Ölfilter, um Montagerückstände und verbliebene Verunreinigungen aus dem Motor zu entfernen. Verwenden Sie das für den jeweiligen Mercedes-Oldtimer-Motor vorgeschriebene hochwertige Mineralöl.

Warum verschleißt eine Nockenwelle?

Die Nockenwelle wird von der Kurbelwelle angetrieben und sorgt dafür, dass sich die Einlass- und Auslassventile im richtigen Moment öffnen und schließen.

Neben normalem Verschleiß ist eine unzureichende Ölversorgung eine Hauptursache für Nockenwellenschäden. Der Ölkanal oberhalb der Nockenwelle schmiert sowohl die Nocken als auch die Nockenwellenlager.

Sämtliche Kunststoffverbinder an dieser Ölförderanlage altern und können die Ölversorgung unterbrechen. Wir empfehlen, diese Verbinder alle 30 Tage auszutauschen. 6 bis 8 Jahre um vorbeugend ersetzt zu werden.

Nockenwellen ohne Ölkanal neigen besonders zu Verschleiß, wenn das falsche Öl verwendet wird oder der Motor vor Belastung nicht ausreichend warmgelaufen ist. In solchen Fällen empfehlen wir häufig ein spezielles Öladditiv zur Verschleißminderung.

Langes Fahren mit altem Motoröl beschleunigt ebenfalls den Verschleiß. Achten Sie daher bei einem klassischen Mercedes nicht allein auf die gefahrenen Kilometer. Wechseln Sie das Motoröl regelmäßig gemäß den für die Nutzung und Standzeiten des Fahrzeugs geltenden Wartungsintervallen, mindestens jedoch alle zwei Jahre.

Wann sollte die Nockenwelle ausgetauscht werden?

Überprüfen Sie die Nockenwelle regelmäßig im Rahmen der Wartung. Eine verschlissene Nockenwelle erkennt man oft an einer rauen, beschädigten oder unebenen Oberfläche der Nocken. Erste Anzeichen von Beschädigungen sind manchmal nicht nur sichtbar, sondern auch mit dem Fingernagel fühlbar.

Sobald die gehärtete Laufbahn beschädigt ist, kann der Verschleiß rapide zunehmen. Das Weiterfahren mit einer beschädigten Nockenwelle kann zu weiteren Schäden am Ventiltrieb und letztendlich zu schweren Motorschäden führen.

Ventile einstellen

Die Ventile müssen im angegebenen Intervall eingestellt werden. Da viele Kunden das angegebene Kilometerintervall erst nach 10 Jahren oder noch später erreichen, empfiehlt es sich zusätzlich, die Ventile alle 2 bis 3 Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls einzustellen.

Ein Kraftstoffadditiv kann den Verschleiß an Ventilen und Ventilsitzen verringern.

Hydraulische Ventilstößel

Bei Fahrzeugen mit hydraulischen Ventilstößeln kann es außerdem erforderlich sein, die Ventile zu prüfen und einzustellen. Bei bestimmten Motoren erfolgt dies mithilfe von Ventilplättchen.

Hydraulische Ventilstößel regeln das Ventilspiel automatisch, haben aber in der Praxis nur einen begrenzten Einstellbereich. Bei Motoren mit hydraulischen Ventilstößeln reiben die Kipphebel bzw. Stößel ständig an der Nockenwelle. Dies kann zu erhöhtem Verschleiß an Nockenwelle und Kipphebeln bzw. Stößeln führen.

Spezialisierte Motorenarbeiten

Der Austausch einer Nockenwelle ist eine spezielle Motorarbeit. Die äußeren Schrauben der Nockenwellenlagergehäuse können auch Teil der Zylinderkopfbefestigung sein. Fehlerhafte Demontage, Montage oder falsche Anzugsmomente können schwere Motorschäden verursachen.

Vor dem Kauf und der Montage prüfen und montieren

Prüfen Sie vor dem Kauf und Einbau anhand von Fotos, Beschreibung und Spezifikationen, ob das Teil geeignet und gleichwertig ist; eingebaute oder gebrauchte Teile können nicht zurückgegeben werden.

Wichtig

Diese Installationshinweise wurden mit größtmöglicher Sorgfalt zusammengestellt und dienen lediglich als allgemeine technische Richtlinie. Maßgeblich sind stets das offizielle Mercedes-Werkstatthandbuch und die Werksvorgaben für das jeweilige Fahrzeug und den jeweiligen Motortyp.

Prüfen Sie vor Beginn der Arbeiten stets die korrekte Montageanleitung, die erforderlichen Einstellungen und Anzugsmomente für den jeweiligen Motor. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch fehlerhafte Montage, unsachgemäße Verwendung oder die Anwendung fehlerhafter oder unvollständiger technischer Informationen aus dieser Montageanleitung entstehen.